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Stefan
Site Admin

Alter: 43
Anmeldungsdatum: 03.12.2004
Beiträge: 173
Wohnort: Herford

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Hallo,
wer hat Hintergrundinformationen zu den, in amerikanischen Foren zur Zeit häufig diskutierten, EDTA Anreicherungen in Meersalzen zur Schwermetalbindung und wie wirkt sich das ganze auf die Verwendung von Salzen in denen kein EDTA vorhanden ist aus ??
Gibt es in Europa eine Kennzeichnungspflicht von EDTA in Salzmischungen ?
Gruß
Stefan
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Joachim
Anmeldungsdatum: 07.12.2004
Beiträge: 61
Wohnort: Penzberg
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Hallo an alle,
Ich habe etwas im Internet gestöbert und viele interessante Dinge zu EDTA gefunden, die ich hier in drei ergänzenden Links vorstellen möchte.
http://www.chm.bris.ac.uk/motm/edta/edta.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/EDTA
http://saltaquarium.about.com/gi/dynamic/offsite.htm?zi=1/XJ&sdn=saltaquarium&zu=http://r...
Interessant erscheint mir vor allem auch der letzte Link. In diesem Beitrag befasst sich Ron Shimek mit Meersalzen und dem Wasserwechsel, sowie der Gefahr die sich durch einen zu großzügigen Wasserwechsel seiner Meinung ergibt, wenn weniger geeignetes Salz verwendet wird. Ich möchte euch bitten, den Beitrag durchzulesen und eure Meinung hierzu niederzuschreiben. Ich habe dieses Thema inzwischen mit Herbert Finck, einem Freund und Autorenkollegen diskutiert, und es sind uns einige Anmerkungen zur Versuchsführung aufgefallen.
Weiterhin sei auch Reefkeeping generell mal zum Nachlesen empfohlen. In dieser Onlinezeitschrift findet sich allerlei Interessantes. In dem angeschlossenen Forum stellt sich u. a. auch Ron Shimek den Fragen zu seinen Beiträgen.
Übrigens findet sich auch etwas zur Ethanoldosierung direkt ins Aquarium, verfasst von Eric Borneman. Aber lest einfach selbst.
http://reefkeeping.com/issues/2004-11/eb/feature/index.htm
Ich habe die Möglichkeit genutzt, mich mit einem Kollegen, Heinrich Barchet, über die Thematik zu EDTA zu unterhalten. Heinrich Barchet hat sich vor einigen Jahren mit dieser Substanz befasst, da er sich damit beschäftigt hat, Spurenelemente für Korallen verfügbar zu machen.
EDTA ist demnach nicht toxisch. Dies belegen Berichte aus denen hervorgeht, dass von der FDA akzeptierte Kurzzeit-Therapien dazu genutzt werden, um den Köper zu entgiften. Schwermetalle werden über den Weg des EDTA ausgeschwemmt. Dies heißt zugleich, dass meine ursprüngliche Annahme, EDTA würde im Organismus metabolisiert werden, nicht richtig ist.
Langzeitgaben von EDTA können aber dennoch einen negativen Effekt haben. Da EDTA nicht unterscheidet, ob das gebundene Ion essentiell ist oder nicht, kann ein massives Ausschwemmen essentieller Ionen zu Mangelerscheinungen führen. Dies dürfte wohl einer der Gründe sein, warum EDTA aus immer mehr Lebensmitteln verschwindet.
Man beachte in diesem Zusammenhang, dass die Anwendung von EDTA im sauren Bereich von hoher Effizienz ist. Dies schließt den pH-Wert des inneren Körpers vieler mariner Organismen ein.
EDTA im Meersalz wird vor allem deshalb eingesetzt, damit während des Lösungsvorgangs keine Bestandteile des Meersalzes ausfallen sondern alle in Lösung gehen. Auch bei geöffneten Packungen, die zwangläufig etwas Feuchtigkeit durch den hydrophoben Charakter der Salze, aufnehmen, dürfte EDTA die Ausfällung (bis zu einem gewissen Grad) verhindern.
EDTA im Meerwasser allerdings ist kaum aktiv. Durch das basische Milieu wird die Bindungskonstante von EDTA massiv reduziert was dazu führt, dass Schwermetalle nur in geringer Konzentration gebunden werden. Magnesium und Calcium werden ebenfalls gebunden. Da diese Elemente in hoher Konzentration im Meerwasser vorhanden sind, sind sie es, die oftmals von EDTA gebunden werden.
Ich möchte davon auszugehen, das EDTA, wie viele Komplexbildner (ich verweise hier auf Phosphat), nach der Bildung des Komplexes, durch die Abschäumung teilweise aus dem Aquarium entfernt wird. Eine exakte Untersuchung hierfür bzw. Literaturhinweise zu dieser Aussage liegen mir nicht vor. Es ist also eine Annahme!
Das EDTA im Meerwasser sicherlich NICHT von dieser Wichtigkeit ist, wie im Süßwasser, lässt sich für mich nicht zuletzt auch daraus ableiten, dass es in den für Meerwasser entwickelten Spurenelemente-Lösungen wohl nicht eingesetzt wird.
Hier kommen andere Stabilisatoren zum Einsatz.
Noch ein Satz zu Chelatoren: Es ist allgemein akzeptiert, dass vor allem auch marine Algen große Mengen solcher Stabilisatoren produzieren, deren Strukturen oft unbekannt sind. Dies bedeutet, dass theoretisch bei dichten Algenpopulationen mit ähnlichen Problemen im Aquarium zu rechnen wäre, wie bei einem Einsatz von EDTA. So jedenfalls möchte ich spekulieren.
Da keine Vergiftungserscheinungen bei starkem Caulerpabewuchs bekannt sind (sehe ich mal von Caulerpa taxifolia ab, wenn sie gefressen wird), möchte ich auch hier vermuten, dass die Abschäumung gute Dienste leistet.
Chelatoren sind ein aufregendes Fachgebiet, von dem ich viel zu wenig Ahnung habe, als dass ich alles verstehen und interpretieren könnte.
Mein bisheriges Fazit aus dem bisher in Erfahrung gebrachtem Wissen lautet:
1.) EDTA im Meersalz dient dazu, die in Lösung gehenden Verbindungen an der sofortigen Ausfällung zu hindern.
2.) EDTA selbst ist nicht giftig, wohl aber kann der kontinuierliche Einsatz zu Mangelerscheinungen im Organismus führen.
3.) EDTA ist ein Komplexbildner, womit die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass es abgeschäumt wird.
Um gleich eines noch zu ergänzen: es spricht nichts dagegen EDTA-freies Meersalz zu verwenden
Sollten gegenüber Stabilisatoren bzw. Komplexbildern Vorbehalte bestehen, leitet sich daraus ein anderes nicht minder interessantes Thema ab, das die Stabilisatoren in den Spurenlemente-Kombinationen zum Inhalt hat.
Dieses zur Diskussion zu stellen würde allerdings nur Sinn machen, wenn ein Hersteller sich an dieser Diskussion beteiligen würde, denn es ist vielfach nicht bekannt, welche Komplexbildner (wenn überhaupt) in Spurenelement-Kombinationen eingesetzt werden.
Soviel für den Moment. Sollte ich in dem ein oder anderen Punkt irren bitte darauf aufmerksam machen
Bleibt noch zu ergänzen, welches Meersalz ich seit Jahren erfolgreich verwende. Ich setze Tropic Marin und Reef Crystals ein; gelegentlich auch Red Sea. Meine Wasserwechsel bewegen sich in Mengen von um die 5 % wöchentlich. Ich verwende normales Leitungswasser - ein Luxus, den sich viele nicht mehr leisten können.
Servus
Joachim
P.S. Noch zwei Links die meine Angaben in einzelnen Punkten bestätigen.
http://fins.actwin.com/aquatic-plants/month.9612/msg00272.html
http://www.wholefoods.com/healthinfo/edta.html
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