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Jörn
Anmeldungsdatum: 30.11.2005
Beiträge: 81
Wohnort: Porta Westfalica
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Hallo,
da ich jetzt seit einigen Wochen die Balling-Methode getestet habe, bin ich für mich zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht die beste Methode sein kann. Andere mögen eine andere Meinung dazu haben und das ist auch gut so, da wir uns ja ständig weiterbilden wollen und wenn alle nur einer Meinung wären, wären wir noch im "Steinzeitalter" der Meerwasseraquaristik. Ich kürze die ganze geschichte jetzt mal ab und spreche nur von Lösung A,B u. C. Alles andere wird hier schon irgendwo stehen, denke ich, oder es kann im Net nachgelesen werden. Jetzt mal zu den Nachteilen, so wie ich sie sehe:
1. Ich brauche für diese Methode (ohne Spuris) schon allein 4 Kanister um den täglichen Bedarf zu decken. Sprich: Lösung A, Lösung B, Lösung C und einen Kanister mit Osmosewasser um zusätzlich noch das verdunstete Wasser aufzufüllen. Mein Unterschrank ist damit voll!
2. Um nicht allzu grosse Unterschiede in der Kalzium- Karbonatkonzentration und um Fällungen, bei denen es auch zum Verbacken des Bodengrundes kommen kann zu vermeiden brauche ich Dosierpumpen. Dosierpumpen und die damit verbundene Technik um effektiv mit den Substanzen arbeiten zu können, sind aber sehr teuer. Um aber pH-Schwankungen zu vermeiden, sollten die Lösungen täglich in kleinen Dosen verabreicht werden. Das erfordert, ohne die Pumpen, doch etwas mehr Zeit.
3. Ich muss, um einer Ionenerschiebung entgegenwirken zu können, mindestens wöchentlich einen Teilwasserwechsel von 10% durchführen. Wer garantiert mir dabei, dass es dann aber auch wirklich nicht zu einer Verschiebung der Ionen kommt? Kann ich das überhaupt messen? Bei einem wöchentlichem Wasserwechsel gebe ich ja sowieso wieder einiges an "Elementen" nach. Ist es dann nicht doppelt gemoppelt? Und das Salz ist auch nicht gerade so billig. Ihr könnt es euch ja selbst ausrechnen, was euch ein Wasserwechsel von 10% in der Woche dann im Monat zusätzlich kostet.
4. Man testet sich wirklich erstmal´nen Wolf! CA, KH, PH, MG, PO4, NO3 und die Dichte sollten ständig im Auge behalten werden.
5. Wenn der Apotheker nicht mitspielt, oder ich selber mischen will, brauche ich zusätzlich noch eine Präzisionswaage um wirklich sicher sein zu können, dass alles stimmt.
Insgesamt also ein gewaltiges "Mehr" an Arbeit und Aufwand, höhere Kosten für zu wenig Erfolg und ein zu hohes Risiko, dass dann doch alles den Bach runter geht. Fazit für mich: Nein!
Vorher habe ich mit der Kalkwassermethode gearbeitet, die sicherlich auch ihre Nachteile hat, aber es ist doch einfacher, billiger und lange nicht so Zeitintensiv. Die Korallen standen genauso und zusätzlichen Kalziumbedarf decke ich erstmal noch auf andere Weise.
Jeder sollte sich sein eigenes Bild von verschiedenen Sachen machen und für sich das Beste raussuchen. Ich bin jedenfalls mit "Balling" nicht einer Meinung und teste weiter. Werde dann berichten, wenn ich das "Ding" gefunden habe.
In diesem Sinne...
Viele Grüße
Jörn
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Jens
Alter: 36
Anmeldungsdatum: 07.12.2004
Beiträge: 1960

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Hallo Jörn,
so ganz ohne Kommentar möchte ich das hier nicht stehen lassen.
1.) Das Mineralsalz kannst du auch wöchentlich zugeben. So schnell entsteht keine große Ionenverschiebung. Und du brauchst den Kanister nicht im Unterschrank stehen haben.
2.) Somit entfällt der zwingende wöchentliche Wasserwechsel. Aber ich habe den vorher auch schon wöchentlich gemacht.
3.) Wegen Ausfällungen und Ph-Wertschwankungen sollte Natriumhydrogencarbonat morgens und Calciumchlorid abends zugegeben werden.
4.) Eine Dosierpumpe erleichtert das ganze wesentlich. Aber 2x täglich etwas manuel zugeben, sollte schon möglich sein.
5.) Die von dir genannten Wasserwerte sind eh regelmäßig zu messen.
6.) Eine Präzisionswaage brauchst du nicht. Eine digitale Küchenwaage tuts auch. Genauigkeit 1g
7.) Wenn du beim Apotheker die Chemiekalien kaufst, ist Balling zu teuer!
8.) Das keine Ionenverschiebung eintritt kann dir keiner garantieren. Aber man kann sich mit Balling mal näher befassen und es selbst nachrechnen.
Ich hoffe, du hast mit deiner "neuen" Methode der Calciumzuführung erfolg.
Gruß Jens
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_________________ 1170l Ocean als Mixed-Reef 8x80 Watt T5, BK250 intern und div. Tunze Stream über Multicontroller 7095
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Jörn
Anmeldungsdatum: 30.11.2005
Beiträge: 81
Wohnort: Porta Westfalica
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Hallo Jens,
natürlich brauch hier niemand etwas ohne Kommentar stehen lassen, davon lebt schliesslich ein Forum.
Zu 1.) Natürlich könnte ich die Kanister auch in den Keller stellen, Der Arbeitsaufwand würde sich damit nur wieder um einiges erhöhen. Auch bei einer Ionenverschiebung von nur 0,004% täglich (hab leider vergessen wo das stand) summiert sich das ganze allerdings doch irgendwann.
Zu 2.) Ohne wöchentlichen Wasserwechsel wäre es mir persönlich zu gefährlich. Ansonsten jeder wie er mag.
Zu 3. u. 4.) Wie gesagt, hier sollte, gerade am Anfang peinlichst genau gemessen werden, um richtig dosieren zu können. 2x am tag etwas dazu zu geben, ist sicherlich nicht viel, aber die Summe aller Dinge ist hier ja ausschlaggebend.
Zu 5.) Regelmässig ja, aber täglich??? Mal die Finger hoch, wer bei der Kalkwassermethode täglich die Werte misst! Sicher bekommt man auch irgendwann bei der Balling-Methode Routine. Aber wird es nicht gerade dann gefährlich?
Zu 6.) Ich habe keine digitale Küchenwaage und so schon immer Stress mit meiner Frau, weil ich andauernd irgendwelche Messbecher und andere Sachen aus der Küche für mein Becken nutze.
Zu 7.) Das liegt wiederrum am Apotheker. Meiner stand der Sache recht interressiert gegenüber und dafür brauchte ich mir für den Versuch keine Waage kaufen.
Zu 8.) Ich habe mich jetzt mit Balling näher befasst und mein Ding ist es nicht!
Wie gesagt, jedem das seine und alles hat sicherlich seine Vor- und Nachteile.
(Es soll ja auch sogar Leute geben, die gern Spinat essen. Bäääh! )
Um das Verbacken des Bodengrundes zu verhindern, sollten übrigens schon ziemlich am Anfang Tiere eingesetzt werden, die diesen auch umgraben.
Also lass uns weiter testen, vielleicht findet dann ja bald einer "die" Lösung schlechthin.
Viele Grüße
Jörn
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Stefan
Site Admin

Alter: 42
Anmeldungsdatum: 03.12.2004
Beiträge: 173
Wohnort: Herford

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Hallo,
das ich nicht der große Freund von Balling bin wisst Ihr ja bereits
Aus den von Dir angesprochenen Gründen, Jörn, wurde ja auch seinerzeit der Kalkreaktor entwickelt. Die Geräte funktionieren ja eigentlich auch ganz gut, nur haben sich viele Aquarianer eben noch nicht genau mit der Einstellung eines solchen Gerätes befasst, und nach dem Kauf gedacht Stecker rein und fertig. Dazu kommt dann noch, das der Markt an solchen Geräten nahezu unübersichtlich geworden ist, und viele vor dem Problem stehen, das richtige Gerät für sich zu finden bzw. so einige günstige Geräte doch eher unbrauchbar sind. Als ich mich vor 2 Jahren mit den Schuran Jetstream 1 beschäftigt habe, lief das große 2000 Liter Becken eigentlich sehr unproblematisch. Eine KH von 8-10 war gewährleistet und der Ca Wert lag immer um die 420. Hatte dann nach der Umrüstung des Beckens auf Weichkorallen den Reaktor abgebaut und verkauft, da er mir für die Euch jetzt bekannte Steinkorallenanalge zu groß erschien.
Durch verschiedene Umstände liebäugel ich aber jetzt wieder mit einem Jetstream und werde mir warscheinlich einen an die neue Nachzuchtenanlage installieren. Um ehrlich zu sein, bin ich es einfach leid, ständig zu messen, zu wiegen, zu mischen und mit Kanistern zu hantieren, da mir dazu im Geschäftsbetrieb einfach auch unter anderem die Zeit fehlt. Für mich war der Betrieb des Jetstreams immer unproblematisch und ich denke nach richtiger Einstellung auch im Dauerbetrieb einfach im Handling. Der eventuell leichte Eintrag von PO4 aus dem gelösten Korallenbruch betrachte ich als vernachlässigbar, hatte damit nie größere Probleme, oder einen signifikanten PO4 Wert im Becken nachweisbar.
Mal sehen was ich da jetzt letztendlich machen werde...wird aber wieder auf einen Reaktor hinauslaufen....
Gruß
Stefan
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