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Jens
Alter: 36
Anmeldungsdatum: 07.12.2004
Beiträge: 1960

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Nitratwert zu hoch!?
Ein Artikel von Jens Seidensticker (10.05)
Als erstes stellt sich die Frage, wie hoch darf der Nitratwert denn sein?
Ich denke, daß der Idealwert für ein Riffaquarium irgendwo zwischen 5-20 mg/l liegt. (Im Meer bei ca. 0,5 mg/l)
Liegt der NO3-Wert zwischen diesen Werten, ist ein Handeln nicht erforderlich!
Oberhalb dieser Werte, sollte man sich als erstes mal um die Ursache gedanken machen.
Um die Ursache erkennen zu können, sollte man sich die Abbaukette mal veranschaulichen.
Als erstes entstehen durch Zerfall eiweißhaltiger Stoffe die Stoffwechselprodukte Ammonium (NH4) und Ammoniak (NH3). Diese z.T. sehr giftigen Substanzen werden von aeroben (sauerstoffliebenden) Bakterien in NO2 (NO2 ist nur ein wenig ungiftiger als NH4/NH3) also Nitrit umgebaut. Wer in Chemie in der Schule etwas aufgepaßt hat, sieht schnell, das viel Sauerstoff verbraucht wird. Als nächstes sind Bakterien an der Reihe, die das Nitrit (NO2) in relativ ungiftiges Nitrat (NO3) oxidieren. Diese Bakterien leben ebenfalls aerob. Alle o.g. Bakterien leben auf allen Oberflächen, jedoch nicht im freien Wasser.
Der Abbau des Nitrat´s kann nur durch anaerobe Bakterien erfolgen. Diese Bakterien veratmen unter Sauerstoffabschluß NO3. Dabei wird das NO3 aufgespalten in Sticksoff (N) und Sauersoff (O). Der Sauerstoff wird dabei von den Bakterien verbraucht. Der Stickstoff wird freigesetzt.
Diese Bakterien leben in lebenden Steinen, im Bodengrund oder können in einem Nitratfilter kultiviert werden. Also Nahrung benötigen diese jedoch eine Kohlenstoffquelle (z.B. Schwefel oder Alkohol).
folgende Möglichkeiten kommen als Ursache für hohe NO3-Werte in Betracht:
- zu wenig Wasserwechsel
- zu viel Fisch in zu wenig Wasser
- zu starke Fütterung
- zu wenig Lebendgestein
- Rieselfilter oder Ablaufschacht mit Biobällen
- selten gereinigter Schnellfilter oder Filterschwämme
Wenn die Ursache erkannt ist, kommen folgende Möglichkeiten in Betracht um den NO3-Wert zu senken.
- Besatz anpassen
- Wasserwechsel mit Nitrat freiem Wasser
- weniger Füttern
- mehr lebende Steine
- Rieselfilter oder Biobälle entfernen (oft wahre Nitratbomben)
- Schnellfilter und Filterschwämme regelmäßig (alle 2 Tage) reinigen
- Bakterien einbringen z.B. diese hier http://www.aquazoo24.de/Wasseraufbereitung_Mittel.45/Spurenelemente___Zus_tze.62/Prodibio.226/Prodibio_START_UP_6_Ampullen.944.html
- Bei ständigem Überbesatz kann ein Nitratfilter den NO3-Wert in Grenzen halten
Der Nitratfilter
Nitratfilter sind jedoch keine wartungsarmen Geräte. Hier ist eine regelmäßige Kontrolle der Durchflußmenge (wenige ml/min) wichtig. Abhängig von NO3-Wert des Aquarienwassers ist ggf. die Durchflußmenge zu erhöhen. Die Bakterien sind permanent im Aquarium vorhanden, und siedeln sich automatisch nach einigen Tagen im NO3-Filter an.
Ist der Durchfluß zu gering können u.U. Faulgase wie Schwefelwasserstoffe entstehen. Das merkt man jedoch schnell, da das Auslaufwasser nach faulen Eiern stinkt. Dieses Wasser darf auf keinen Fall in das Aquarium geleitet werden.
Ist die Durchflußmenge zu hoch, so wird gar kein NO3 abgebaut oder es wird sogar Nitrit produziert.
Mit einem Redoxregler und einer Dosierpumpe läßt sich dieses Problem jedoch beheben.
Ein weiters Problem ist die Fütterung der Bakterien. Wenn man als Füllung z.B. Korallenbruch
nimmt, so müssen die Bakterien regelmäßig mit Kohlenstoff (z.B. Alkohol) versorgt werden. Die
Dosierung ist jedoch nicht einfach. Es besteht die Gefahr, das Alkohol in das Aquarium gelangt.
Wenn als Füllung Schwefelgranulat benutzt wird, ernähren sich die Bakterien von dem Schwefel. Jedoch wird noch diskutiert ob der Schwefel, der unweigerlich in das Aquarium gelangt nicht negative Auswirkungen hat. Mit einem nachgeschaltetem Hydrocarbonatreactor kann man versuchen die Schwefelsäure zu neutralisieren.
Wenn als Siedlungssubstrat die Deniball´s von Aquamedic benutzt werden, so braucht nach der Einfahrphase nicht mehr gefüttert werden. Die Deniball´s stellen Siedlungssubstrat und Kohlenstoffquelle gleichzeitig dar.
Quellenangabe:
Mergus Meerwasseratlas Bd. 1 Baensch/Debelius
Riffaquaristik für Einsteiger v. D. Knop
Steinkorallen J. Frische & B. Mohr
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Oliver
Anmeldungsdatum: 27.10.2005
Beiträge: 2
Wohnort: Kirchlengern
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Hallo,
wir haben seit 2 Jahren unser Becken und einen Nitratwert zwischen 5-25. Im Schnitt liegt er bei 12,5. Genau kann ich es nicht sagen, aber ich schwöre auf meinen selbstgebauten 3 Kammer Filter. Die Besonderheit liegt darin, dass das Wasser nicht zwingend durch das Filtersubstrat hindurch fließen muß, sondern daran vorbei fließt. Die angesiedelten Bakterien bauen Nitrat ab, wenn welches da ist und brauchen halt nicht "so viel zu tun", wenn kein Nitrat da ist. Dadurch wird der Wert recht stabil gehalten.
Gruß
Oliver
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Jeanette

Alter: 30
Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

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Hallo an alle!
Bei uns im Becken scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Unser Nitratwert hält sich seit dem Einsetzen von lebenden Steinen krampfhaft an 0mg/l - also zumindest laut sera-Test (den haben wir leider noch nicht auf Salifert umgestellt). In den ersten Tagen war der Wert höher (bis 40mg/l), deshalb denke ich, dass der Test nicht ganz falsch sein kann, aber ist es möglich, dass er in seiner Ungenauigkeit z.b. 5mg/l als 0 anzeigt? Ich finde 0 nicht ganz vorstellbar?!
Wir haben derzeit 6 Fische (einen Doc und einen Zwergkaiser, die hauptsächlich Pflanzennahrung fressen!), 14 Einsiedler, 2 Putzergarnelen, diverse Schnecken, 2 Anemonen, 2 Korallen, einige Caulerpa-Algen (die wir derzeit dezimieren, damit sie nicht Überhand gewinnen und/oder unser ganzes Nitrat vertilgen).
Wir filtern mit mittlerweile ca. 15kg Lebendgestein und Filtermaterialien und Eiweißabschäumer in unserem Technikbecken. Was meint Ihr, kann der Nitratwert so gering sein und wie kriegen wir ihn leicht angehoben? Warten jetzt schon extra lange, bis wir die Filterwatte waschen/wechseln..
Viele Grüße
Jeanette
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_________________ 120x60x55, 250W HQI, Lebendgestein, Technikbecken: 80x40x40
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koiteich123

Alter: 32
Anmeldungsdatum: 10.05.2007
Beiträge: 140
Wohnort: Saalfelden

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_________________ mfg Bernhard
Standzeit: seit Anfang Juli 2007
AQ 130/60/60 - 468 lit
40 kg Riff-, 50 kg LS
30 kg Live Sand
6 x 54 W T5
Torboflotor 1000 Multi SL
JBL 36 Watt UV-C Lampe
3 Tunze 6045
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koiteich123

Alter: 32
Anmeldungsdatum: 10.05.2007
Beiträge: 140
Wohnort: Saalfelden

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Sorry, war beim screiben zu schnell.
Wollte eigentlich zu sille!!!!!
sorry
Bernhard
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Altair_4

Alter: 33
Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 1764
Wohnort: 84101 Obersüßbach (Bayern)

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Hallo Zusammen!
@Jeanette: Warum willst Du den Nitratwert denn anheben? Ich dachte immer, je weniger umso besser! Alle kämpfen doch darum, das Nitrat so niedrig wie nur eben möglich zu halten! Oder hab ich das was nicht mitgekriegt? Hilfe, jetzt bin ich verwirrt...
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_________________ Liebe Grüße,
Sabine
200x80x60, TB 70x45x40,
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Wavebox, Tunze 6045, DOC 9010
Ozon, Standzeit 08/2007
Die Kleinen:
57l Nano-Riff / Ablegerbecken seit Jan. 07
64l Spezialbecken mit Fangschrecke seit Nov. 07
150l Pferdchenbecken seit März 08
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sille


Anmeldungsdatum: 17.07.2006
Beiträge: 4828

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Hallo,
ich hab auch noch einen zum Senken des Nitrats, einen brandneuen sozusagen. Soviel ich weiß steht auch in der "Koralle" diesen Monat darüber ein Artikel.
Es geht um Watte, ganz stinknormale Baumwollwatte, die in den Filter gegeben wird!
Soll sich dank der Bakterien, die sich darin einlagern werden, innerhalb eines Monats auflösen und dabei das Nitrat senken!
Das Prinzip ist ähnlich wie beim Vodka. Baumwolle ist nix anderes, als Kohlenstoff und somit Nahrung für die Baks.
Die Pumpe darf allerdings nur mit 10l die Stunde oder Minute, das weiß ich nicht so genau, durchströmt werden.
Hört sich logisch, preiswert und risikoarm an. Ist es aber nicht ganz!
Denn im Grunde wird durch die Nahrung für die Baks und die Vermehrung nur Biomasse aufgebaut. Was bedeutet, beim Absterben der selben, wenn z.B. das Futter alle ist oder ähnliches, wird das Nitrat flott wieder freigesetzt und es kann zum Gau kommen! Muß nicht, aber kann.
Ist also auch nur mit Vorsicht zu genießen!
Gruß Sille
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_________________ 200l Standzeit Anfang September 2006
Beleuchtung: Giesemann Reflexx 4x39W 3weiß 1blau
Pumpen Marea 3200- Tunze nano-stream 6045 /4500l
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Jeanette

Alter: 30
Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

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Hallo Sabine,
ein Nitratwert von 0.0mg/l birgt leider die Gefahr einer Nährstofflimitierung. Es kann natürlich sein, dass alles super ist und alles an "Essen" immer gut verbraucht wird. Dumm nur, wenns zu wenig ist, also Tiere (ver-)hungern. Deshalb fühle ich mich persönlich wohler, wenn der Nitratwert bei 5-10 mg/l liegt. Dann weiss ich besser, woran ich bin.
Allerdings hat sich Situation seit diesem Beitrag von mir schon mehrfach geändert. Nach einer langen stabilen Phase kämpfe ich derzeit wieder damit, den Nitratwert nach dem (unerklärlichen) Tod einer Mördermuschel in den Griff zu bekommen..
Viele Grüße
Jeanette
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Altair_4

Alter: 33
Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 1764
Wohnort: 84101 Obersüßbach (Bayern)

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Hallo Jeanette,
OK, verstehe schon, was Du meinst. Oh weia! Hat Dir die Mördermuschel das Wasser so stark belastet? Übel! Aber nachdem Du die entfernt hast, müsste doch der Wert jetzt wieder langsam sinken, oder?
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_________________ Liebe Grüße,
Sabine
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Jeanette

Alter: 30
Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

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Hallo Sabine,
naja, Nitrat senken geht nicht so schnell, wie man (ich) gerne hätte. Sind jetzt schon zwei Wochen und er hängt immernoch bei ca. 50 mg/l. Also zumindest vor dem letzten Wasserwechsel vorgestern. Muss heute mal wieder messen.
Werde jetzt kürzere Wechsel-Intervalle einlegen, dann müsste es bald ausgestanden sein.
Aber wo ich schonmal schreibe, weiss jemand, ob es Röhrenwürmer oder was anderes gibt, die so einer Muschel zu Leibe rücken? Sie war den einen Tag noch voll auf und sah fit aus, am nächsten Abend war sie zu und die Aasfresser machten sich über sie her. Hab das leider erst einen Tag später als das wahrgenommen, weil ich an dem besagten Abend nur in Eile gefüttert und dabei die kleinen weissen Schnecken bemerkt habe. - Sonst sähe der Nitratwert vermutlich anders aus..
Viele Grüße
Jeanette
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tyrex30
Alter: 38
Anmeldungsdatum: 06.10.2006
Beiträge: 235
Wohnort: Bamberg

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Kann Dir nachempfinden Jeanette....
Hatte das selbe Problem mit den kleinen ca. 2 mm großen Schnecken. Habe sie mir mit einer Neuen Mördermuschel eingeschleppt und dabei 3 Muscheln verlohren. Leider auch zu spät bemerkt. Und ein absammeln hat nichts gebracht...war bestimmt noch mehr Stress für die armen Tiere.
Seit dem sind über 4 Jahre vergangen und ich werd sie nicht mehr los.
Dachte Anfangs sie verhungern wenn die Muscheln fehlen doch jetzt haben sie sich die Schnecken vorgenommen. Das stört mich zwar nicht aber ich hätte so gern wieder eine Tridacna zumal meine schon über 25 cm hatten.
Suche immer noch nach einer Lösung des Problems. Werde wohl mal eine Grabbe ausprobieren die die Schnecken zur Mücke macht und so die Grundlage der Kleinen Biester.
Gruß Silvio
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