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Jörn
Anmeldungsdatum: 30.11.2005
Beiträge: 81
Wohnort: Porta Westfalica
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Moin,
als erstes möchte ich mich hier nun an Anfänger und Umsteiger wenden da ich immer wieder lese und höre, dass manche unbedingt einen Topffilter oder ähnliches an ihr Meerwasseraquarium anschliessen wollen.
Vergesst doch endlich diesen ganzen Mist aus der Süsswasseraquaristik. Ihr befindet euch in einer ganz anderen Welt!!!
Da über die Riffaquaristik ganze Buchbände geschrieben wurden und werden, werd ich mal versuchen das ganze hier sehr knapp zu halten. Wer Lust hat kann dann ja ergänzen.
Was man unbedingt braucht sind folgende Sachen: Viel Licht, viele "Lebende Steine", viel Strömung und einen guten, dem Becken angepasstem oder leicht überdimensionierten Abschäumer!
Auf die Frage: "Aber was filtert denn dann...?" HALLO!!!???
Was meint ihr denn, was der Abschäumer und die "Lebenden Steine" machen? Den Mist aus dem Wasser holen und filtern? Genau!
Alles weitere wie Topffilter, Rieselfilter, Biobälle im Überlaufschacht usw., kann man getrost vergessen. Damit hättet ihr die sogenannten Nitratschleudern und daraus hervorgehend vor sich hin kümmernde Korallen.
Die Filterung bei mir besteht aus Lebenden Steinen, ständiger Durchspülung von RowaPhos (PO4 Adsorber), einem Abschäumer, einem blauen Schaumstoffwürfel im Überlaufschacht (zur Reduzierung der Geräusche und als Grobpartikelfilter gedacht, wird alle 2 Tage gereinigt), alle 4 Wochen für 2-3 Tage filterung über Aktivkohle. Sonst nichts!
Die Wasserwerte bei mir u.a.: NO3 = weniger als 5 mg/l, PO4 = 0,01 mg/l
Das Wachstum von Weichkorallen ist erschreckend, da ich alle 2 Wochen eine Xenia spec. von den Steinen reissen muss. Aus den Resten wird innerhalb kürzester Zeit wieder eine Kolonie. Eine Gladiella wird alle paar Wochen mit einer Schere in ihre Grenzen gewiesen. Xenia Umbelata ist kurz davor eine Plage zu werden, allerdings find ich das Weiss und das Pumpen von ihr so schön, dass ich ihr nichts tun kann. Reste von Keniabäumchen werden mittlerweile von mir bekämpft wie Glasrosen (von denen ich aber bisher keine in meinem Becken habe), mit einem Brei aus Kalziumhydroxid, da sie sonst auch immer wieder wachsen. Steinkorallen wachsen ebenfalls sehr gut, zeigen sich alle in einer tollen Farbe und mit weit geöffneten Polypen. Hierzu später mehr.
Also vergesst mal endlich die Filterung aus der Süsswasseraquaristik.
Viele Grüße
Jörn
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Zuletzt bearbeitet von Jörn am Di 09 Mai, 2006 16:10, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Jeanette

Alter: 30
Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

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Hallo Jörn und alle anderen!
Mein Händler hatte mir vor einigen Monaten, als ich mit dem ersten Meerwasseraquarium angefangen habe, Säckchen mit Korallenbruch und Tonröhrchen im Technikbecken empfohlen, da diese Kalk und Platz für (filternde?) Kleinstlebewesen liefern sollen. Was hälst Du davon?
Nach allem, was ich mittlerweile gelesen habe, ist sowas nicht nötig, aber ich habs auch schon bei nem anderen Händler gesehen. Sowas versifft doch bestimmt auch mit der Zeit..
Grüße
Jeanette
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_________________ 120x60x55, 250W HQI, Lebendgestein, Technikbecken: 80x40x40
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Jörn
Anmeldungsdatum: 30.11.2005
Beiträge: 81
Wohnort: Porta Westfalica
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Hallo Jeanette,
entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Habe mir mal etwas Urlaub gegönnt und mir im Loro Parque die Aquarien angesehen. Der Hammer!!!
Mit dem Einsatz von Tonröhrchen und dem Korallenbruch hast Du natürlich einen biologischen Filter in Betrieb, der die Schadstoffe eben nicht "raus haut", sondern in relativ ungiftige Stoffe umwandelt.
Sprich: "´Ne Nitratschleuder!" Auch Kalk wird so nicht geliefert, es sei denn, Du gibst jede Menge CO2 zu und dadurch wird der Kalk in Lösung gebracht. Bloss nicht machen!!! Funktioniert so nicht! Du hast natürlich auch Recht mit Deiner Annahme, dass dies mit der Zeit versifft. Es bilden sich anaerobe Zonen, die zwar dann auch irgendwann Nitrat abbauen, aber auch das kann schnell ins Gegenteil umschlagen. Mein Tip, raus damit! Du kannst evtl. ein dünne Schicht von dem Korallenbruch im Becken belassen und hier Caulerpa ansiedeln, die Du natürlich etwas beleuchten und auch bei Gegebenheit auslichten musst. Damit entfernst Du dann aber wiederrum Schadstoffe.
Auch ich habe damals mit einem riesigen Rieselfilter, Biobällen, Korallenbruch, Tonröhrchen, einem Abschäumer und jeder Menge Filterwatte angefangen und mich gewundert, warum Nitrat und Phosphat trotz Einsatz von Osmosewasser immer mehr wurden. Also irgendwann noch einen Nitratfilter gekauft und jede Menge Wasserwechsel. Funktionierte alles nicht. Die Korallen standen eher schlecht als recht und von einem Wachstum konnte kaum die Rede sein. Als dann die Pumpe von meinem Abschäumer den Geist aufgab, ich aber relativ günstig an einen anderen kam, der zwar nicht mehr Leistung brachte als mein bisheriger, nur von den Ausmaßen größer war, mussten jede Menge Korallenbruch, Filterwatte und Biobälle aus dem Rieselfilter entfernt werden. Danach besserten sich, nach weiteren grösseren Wasserwechsel die Werte und ich entfernte alle biologischen Filtermedien. Endlich wuchsen und standen die Korallen so, wie ich es mir immer gewünscht hatte und ich konnte auch endlich SPS zum wachsen bekommen. Das ganze hat bis dahin aber locker drei Jahre gedauert.
Als ich im letztem Jahr wieder anfing, hab ich mir das alles gespart und nur auf Abschäumer gesetzt. Das Wachstum ist Spitze und trotz Einsatz von Leitungswasser mit einem Nitratgehalt von 10 mg/l halte ich mein Meerwasser konstant bei unter 5 mg/l. Eigentlich doch ganz logisch, denn Futterreste bleiben nicht irgendwo hängen und müssen nicht erst langsam von Bakterien zersetzt werden, sondern sie werden direkt abgeschäumt, oder bleiben im Kreislauf, werden durch Filterpumpe und/oder Strömungspumpe zerkleinert und können dann von Garnelen, Fischen, kleineren Krebsen, Schlangensternen, Korallen usw. als Futter weiter aufgenommen werden. Kurz, die Futterreste gammeln nicht, da es keine Futterreste gibt!
Mach doch mal einen Test, wenn Du PO4 gemessen hast. Nachdem Du Dein Meerwasser auf PO4 geprüft hast, nimmst Du mal eine ganz, ganz kleine Flocke von Deinem Futter, gibst dies in das geprüfte Reagenz, schüttelst das ganze nochmal durch und dann wartest Du mal was da passiert.
Soviel dann zum Futter, das irgendwo hängen bleibt und erst zersetzt werden muss und zu Biofiltern in der Meerwasseraquaristik.
Viel Spass und viele Grüße
Jörn
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Richard
Alter: 43
Anmeldungsdatum: 25.02.2006
Beiträge: 366
Wohnort: Raum Göppingen

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Hallo Jörn!
Zum Thema Topffilter:
stimmt schon, was Du sagst: Meerwasser ist eine komplett andere Welt als Süßwasser. Merkt man schon daran, daß man von der Süßwasser-Technik garnix, aber auch rein garnix für´s Meerwasser verwenden kann,wenn man´s vernünftig machen will. Allenfalls das Becken...
Aber Du mußt es uns Anfängern nachsehen: unsere Topffilter haben einmal ein Schweinegeld gekostet, und es wollte mir ursprünglich auch nicht in die Birne, daß ich mich davon trennen muß/soll. Außerdem bekommt man heute noch diverse Literatur zu kaufen, in der Topf-Filterung als durchaus gängige Methode zur Meerwasser-Filterung genannt wird. Hab selbst auch so ein Buch...
Meerwasser-Aquaristik ist ein weites Feld, m.E. viel weiter als das der Süßwasser-Aquaristik, und man muß als Greenhorn erstmal durchsteigen durch diesen Dschungel (so kommt´s einem anfänglich jedenfalls vor).
Deshalb kommt auch hier öfter mal die Frage, ob man die teuren "Töppe" nicht doch irgendwo unterbringen kann.
Also bitte ich um Nachsicht!!
Beste Grüße
Richard
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Jörn
Anmeldungsdatum: 30.11.2005
Beiträge: 81
Wohnort: Porta Westfalica
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Hallo Richard,
auch ich habe noch solche Bücher aus dem Mittelalter der MA und
selbstverständlich bin ich nachsichtig ohne Ende.
Die Erfolge wurden aber nicht mit Rieselfiltern und/oder Topffiltern erzielt. Ich gebe nur meine Erfahrung weiter. Wer natürlich meint, daran festhalten zu müssen, nur weil ein Topffilter Geld gekostet hat, bitte.
Vielleicht klappt damit ja auch noch zumindest die Pflege von ein paar "harten" Weichkorallen. So wurden denn auch damals die toten Steinkorallen rot, grün und blau angemalt und ins Becken gesetzt, da an eine Pflege dieser nicht zu denken war.
Also noch ein Ratschlag an Anfänger: Lasst die Finger so lange von Steinkorallen, bis die Wasserwerte stimmen und ihr die Zusammenhänge verstanden habt. Es wäre schade um die Tiere, mal abgesehen von eurem Geld!
"Verbrauchsaquarianer" hat es genügend gegeben!
Niemand kann alles wissen, aber man kann viele Erfahrungen austauschen!
Viele Grüße
Jörn
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Jeanette

Alter: 30
Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

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Hallo auch nochmal von mir!
So werde ich denn am Wochenende mal unser Technikbecken etwas ausräumen. Etwas mehr Platz schadet ja auch nicht.
Wie oft sollte man das eigentlich mal komplett ausräumen und säubern, oder muss man das nicht? Da unten ist ja nicht so wirklich viel Strömung..
Viele Grüße
Jeanette
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Jörn
Anmeldungsdatum: 30.11.2005
Beiträge: 81
Wohnort: Porta Westfalica
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Hallo Jeanette,
leider weiss ich nicht wie gross dein Technikbecken ist und welche Leistung Deine Filterpumpe hat. In meinem Technikbecken ist jedenfalls schon eine ganz gute Strömung.
Aber Du hast natürlich Recht, an strömungsarmen Stellen kann es zu Ablagerungen von Sedimenten o.ä. kommen. Sollte das zuviel werden, kann man es entfernen. Mein Becken steht jetzt wieder gut 9 Monate, aber reinigen brauchte ich das Technikbecken bisher noch nicht.
Viele Grüße
Jörn
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Jeanette

Alter: 30
Anmeldungsdatum: 14.12.2005
Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

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Hallo Jörn!
Ja, hab diversen Dreck in meinem Filterbecken entdecken können, als wir die ersten Biofilter-Sachen ausgeräumt haben. Pfui..
Hab mich nicht getraut, gleich alles auf einmal rauszuwerfen, weil ich befürchte, das könnte ein zu krasser Umschwung sein (nicht zu vergessen der aufgewirbelte Dreck). Auf jeden Fall siehts so sauber(er) schon viel besser aus!
Viele Grüße
Jeanette
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Jörn
Anmeldungsdatum: 30.11.2005
Beiträge: 81
Wohnort: Porta Westfalica
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Hallo Jeanette,
da kannste mal sehen, was sich da so alles ansammelt und im Becken verbleibt.
Du kannst es ja beim nächsten Wasserwechsel absaugen, dann mit einer Pumpe mal da spülen wo Du nicht rankommst und ebenfalls soviel aufgewirbeltes absaugen, wie es eben geht.
Dann frisches Wasser nachfüllen, etwas warten, bis sich alles wieder gesetzt hat und evtuelle Ablagerungen auf den Korallen mit der Hand wieder freifächern.
Du wirst sehen, dass das Wasser anschließend viel klarer und sauberer aussieht als vor der ganzen Aktion.
Viel Spaß und viele Grüße
Jörn
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Stefan
Site Admin

Alter: 42
Anmeldungsdatum: 03.12.2004
Beiträge: 173
Wohnort: Herford

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Hallo Jörn,
DANKE für den guten Beitrag !!! Nagel auf den Kopf getroffen !!!
Lieben Gruß
Stefan
(der immer noch Rigibs Platten unter die Decke schraubt ...es nimmt einfach kein Ende
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_________________ schaut doch mal rein.... www.aquapro2000.de
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